Von der Kirche

Von der Kirche und ihrem Schicksal kündet das älteste Dokument, welches in ihrem Knopf auf der Spitze des Turmes verwahrt ist. Ihm ist zu entnehmen, dass nach der Predigt des Inspektor Cotta aus Vogelsberg am Ostermontage des Jahres 1692 der Turm unter Krachen sich plötzlich auf eine Seite gab. Alle Leute verließen das Gotteshaus auf`s Schnellste , und nur auf Ermahnen des Predigers traten sie später wieder ein und erwarteten den Segen. Darauf wurde die Kirche von Amtspersonen und dem Inspektor besichtigt und von einem Meister Palm aus Großmonra zum Abbruch für 10 Reichstaler gekauft.
Selbiger Meister begann mit dem Bau der neuen Kirche 1692 für 500 Reichstaler. Die Maurerarbeiten wurden dem Meister Dominik Damian, einem in Erfurt wohnhaften Italiener, übertragen. Er erhielt 228 Reichstaler.

Während des Baus standen die Glockenstühle zum Läuten auf dem Kirchplatz. Die Glocke selbst war auf das Dach der Schenke gesetzt worden und Gottesdienst wurde im Pfarrhaus abgehalten. Am 12. September wurde die Kirche und im Oktober der Turm gerichtet. Die Steine der Mauern wurden am Rohrborner Wege gebrochen, der Kalk vom Klausberg in Vogelsberg geholt. Acht Brände wurden hierfür benötigt. Eichenholz im Werte von 300 Talern entstammte aus dem eigenen Holze, der Schiefer zum Decken des Daches wurde aus Lehesten geholt. 1693 wurde der erste Gottesdienst abgehalten. 1694 kamen die Glocken auf den Turm.

Viele Orte der Umgebung haben zum Bau der Kirche durch Geld und Fuhren beigetragen. Die Hauptlast aber trug die Gemeinde, welche 900 Reichstaler zahlte, insbesondere erwirtschaftet durch Holzverkauf. Die Kirche bezahlte 400 Reichstaler für das Fundament, dessen Tiefe vier Ellen (2,10 m) beträgt. Die Höhe des Turmes von der Erde bis zur Spitze ist 36 m.
Am 1. Mai des Jahres 1701 wurde die Kirche eingeweiht.