Chronik

Die siedlungsgeschichtliche Entwicklung nebst Herrschaftsverhältnissen läßt sich mit folgenden Stichpunkten umreißen:

ab 14. Jh. Sprötau gehört den Landgrafen zu Thüringen (Wettiner, ab 1445 ernestinische Linie)
1451 Sprötau kauft sich um schweres Geld von der Brandschatzung durch Friedrich von Sachsen los und bleibt im Bruderkrieg verschont, Kaltenborn hingegen ist wahrscheinlich gebrandschatzt und wüste geworden
1505 Die Pfarreien von Spreten und Kaldenborn gehören zum Dekanat Sedes Sommerde, diese zum Archidiakonat St. Mariae Erfurt des Erzbistums Mainz; die Kirche in Spreten trägt den Namen zum heiligen Kreuz, das Patronat hat der Probst des Kreuzstiftes in Nordhausen; der Name der Kirche von Kaldenborn ist unbekannt, dessen Patronat hat der Altarmann von Spreten
1533 Nach der Kirchenvisitation hat die Reformation auch in Sprötau Einzug gehalten
1569/72 Die Schulstelle in Sprötau ist eine ehemalige Kirchendienerstelle, dessen Inhaber sich selbst als Kirchner bezeichnet
1618-48 starke Verwüstungen im 30-jährigen Krieg, u.a. starker Rückgang der Bevölkerung; viele Äcker liegen brach und ein Decem wird nicht gegeben
1672 Sprötau gehört nunmehr zum Herzogtum Sachsen Eisenach und ist Teil des Amtes Großrudestedt
1679-92 Sprötau wird durch Isolation von der in Thüringen wütenden Pest verschont
1692 Abriß der Kirche wegen Baufälligkeit
1701 Kirchweihe „Zum Heiligen Kreuz“
1742 Entstehung und Zuordnung Sprötaus zum Herzogtum Sachsen- Weimar-Eisenach
1756 Brand im Hirtenhaus; 39 Wohnhäuser und 40 Scheunen werden ein Raub der Flammen
1784 großer Brand, bei dem alle Gebäude im südlich gelegenen Dorfkern zerstört werden; statt Giebelhäusern werden traufständige Wohnhäuser errichtet
1785 Abriß und Baubeginn der neuen Dorfschule
1806 Einmarsch der Franzosen und starke Plünderungen
1848 werden die Frohndienste und Abgaben beseitigt gegen eine Zinsrente von jährlich 400 Taler; 63 Jahre lang zahlen die Sprötauer diese an das Großherzogliche Rentamt
1855 findet in Sprötau die Separation (Grundstückszusammenlegung) statt
1859 entsteht nach einem Brand die steinerne Holländerwindmühle
1861 laut Volkszählung im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach hat Sprötau 385 Einwohner
1868 1868 die Chaussee von Vogelsberg nach Schloßvippach wird angelegt; sie kostet der Gemeinde 6728 Taler
1874 1874 die Schule wird für 2225 Taler umgebaut
1907 1907 wird der westliche Dorfausgang gepflastert; 6300 M sind erforderlich
1909 1909 der Ort wird an das elektrische Netz angeschlossen
1914 1914 Beginn der Kanalisationsarbeiten; Fortführung in den 20er Jahren
1922 1922 für die im I.Weltkrieg gebliebenen 14 Soldaten legt der Gemeinderat einen Ehrenhain mit Denkmal an
1925/30 Ortserweiterung westlich vor dem Tore
1929 1929 Gründung eines Wasserzweckverbandes mit den Gemeinden Vogelsberg und Kleinbrembach und Bau der Wasserleitung; allein Sprötau hat 55000 Reichsmark aufzubringen
1933 1933 die Dorfstraße wird für 25000 Reichsmark bis zum Kittel gepflastert
1939-45 1939-45 der II. Weltkrieg verändert stark das Leben im Dorf, wobei von 87 zum Kriegsdienst eingezogenen Einwohnern 27 nicht zurückkehren; zu Kriegsende wohnen ca. 900 Menschen zeitweilig im Ort
1954 1954 Bau des Sportplatzes; mehr als 9000 freiwillige Arbeisstunden werden von den Sprötauer Bürgern geleistet
1958 Zusammenschluß von 5 Einzelbauern in die LPG „Vorwärts“
1960 1960 alle Bauern werden Mitglied der LPG „Vorwärts“ oder der LPG „Goldene Ähre“; erstes Stallgebäude entsteht am nördlichen Ortsrand
1970/74 Errichtung des Militärstandortes der NVA westlich des Waldes mit Kasernen und Wohnblöcken (Siedlung „Am Walde“)
1973 1973 Schließung der Dorfschule
1974/76 Vereinigung der LPG Sprötau, Vogelsberg, Klein- und Großbrembach mit Herausbildung von Tier- bzw. Pflanzenproduktionsbetrieb; Bau der Champignonzuchtanlage mit Bildung der ZGE Champignon- Produktion Sprötau
1978 1978 Fertigstellung des neuen Kindergartens „Friedrich Fröbel“, dem 1981 die Kinderkrippe folgt
1990/94 Nach der Deutschen Wiedervereinigung übernimmt die Bundeswehr den ehemaligen NVA-Standort; am 31.12.1994 wird der Standort geschlossen
1994/2003 Ortserweiterung (Wohngebiet „Vor dem Holze“) zwischen dem alten Ortskern und der Wohnbebauung am ehemaligen Militärstandort
1995/2004 Sanierung der Kirche “Zum Heiligen Kreuz” beginnend mit der Abnahme des Turmhelmes am 14. Februar 1995 und endend mit dem Außenputz und Fenstererneuerung im Juli 2004
2000/05 Maßnahmen der Dorferneuerung im alten Ortskern