Chronik

Die geschützte Tallage an der Klinge, der Wald und der gute Boden mögen ausschlaggebend für die Siedlungsgründung durch Wenden gewesen sein. Darauf läßt der sogenannte „wendische Rundling“ schließen, dessen Form noch heute sehr gut erkennbar ist. Wann jedoch Sprötau, früher Spreten genannt, gegründet wurde, ist nicht bekannt. Erste nachweisbare Erwähnung findet der Ort in einer Urkunde des Jahres 1255, in der vom Grundstückverkauf eines Dietrich von Vippach an das Cistercienserkloster Georgenthal berichtet wird und diesen u.a. vor dem Schultheiß ‘Johann von Sprete’ auflässt. Weiteren Nachweis findet Sprötau in einer Urkunde des Jahres 1354, in welchem das kaiserlich freie Reichsstift Sankt Cruzis zu Nordhausen das Sprötauer Hölzchen gegen einen jährlichen Erbzins der Gemeinde Sprötau überläßt.

Überhaupt steht die Geschichte des Dorfes Sprötau in sehr engem Zusammenhang mit dieser kirchlichen Stiftung, dem um das Jahr 961 von Königin Mathilde gegründeten Nonnenklosters zum heiligen Kreuze in Nordhausen. Ihm schenkte Kaiser Otto II. im Jahre 974 zu seines Vaters Seelenheil, seinem eigenen Wohl und auf Verwendung seiner Mutter den Ort Fugelesburg mit allem, was dazugehört an Leibeigenen beiderlei Geschlechts, Gebäuden, Ländereien, Wiesen, Wäldern pp. Die Schenkung hatte einen bedeutenden Umfang; 350 Hufen Land mit einem jährlichen Ertrage von 74 Mark 46 Pfund und 3 Schilling gehörten zu ihr. Diese Besitzungen und Einkünfte erstreckten sich weit über den Hauptort Vogelsberg, wo das Kloster einen Schultheißen hatte, hinaus in die Dorfschaften und Fluren zahlreicher Ortschaften, darunter auch Kaltenborn und Sprötau. In Sprötau und in Kaltenborn besaß das Stift an verliehenen Grundbesitzungen je 24 Hufen, wobei in Sprötau 2 Hufen mit hörigen Leuten besetzt war.

Bis in das 19. Jahrhundert herein setzte sich das Verhältnis fort, und erst mit der Auflösung des Stiftes 1810/11 verkauft die westfälische Regierung diese Güter mit den übrigen zu billigen Preisen.